Autofahren am Hl. Abend

Nein, eigentlich fahre ich an diesem Tag nicht gerne mit dem Auto, denn ich hatte an diesem Tag schon einmal einen kleinen Unfall und das vergisst man nicht. Auch war diese Fahrt heute umsonst, denn zunächst war gedacht, den Sohn aus der Stadt vom Arbeiten abzuholen, doch sollte dieser erst zu einem späteren Zeitpunkt frei bekommen und dafür aber von einem Vorgesetzten heim gefahren werden. Das erfuhr ich aber auch erst an Ort und Stelle.

Trotzdem hatte die Fahrt alles an fahrerischen Emotionen und Überraschungen in sich. Die Autofahrer, die Richtung Stadtmitte fuhren, hatten es nicht eilig. Man fuhr gemächlich mit höchstens 55 km/h obwohl 60 km/h erlaubt wären und ansonsten dort kaum einer langsamer als mit 80 km/h unterwegs ist, schön nebeneinander. Wer schneller fahren wollte, hatte einfach Pech. Je weiter man in die Stadt hineinkam, um so voller wurden die Straßen. Sicher auf der Autobahn waren natürlich einige unterwegs, aber nicht mehr als an normalen Nachmittagen üblich. Betrachtete man aber so die Autofahrer und schätzte deren Alter, so lag das Durchschnittalter der Fahrzeugführer und Fahrzeugführerinnen in etwa bei geschätzten 60 Jahren. Nach den Kennzeichen zu urteilen waren alle Nachbarprovinzen der Großstadt vertreten, aber kaum Münchener selbst unterwegs.

Am Einkaufszentrum wuselte es noch munter vor sich hin, die Leutchen schlenderten mit Tüten beladen zu den Bussen und zur U-Bahn und genossen noch ein letztes Eis im Gehen dank den frühlingshaften 18 °C. Stadtauswärts waren dann zwei Typen von Kraftfahrzeugen unterwegs. Kleinwagen, die mit einer oder zwei Personen besetzt waren und selbst mit Navi kaum wussten, wo sie fahren sollten. Dafür waren Sie bis zum Heckfenster mit bunt verpackten Geschenken beladen. Andererseits Mittelklassewägen, die mit 5 Personen, deren Durchschnittsalter die 60 dann schon überschritten hatte, belegt waren und gemächlich „auf’s Land“ fuhren. Gemächlich, weil die Gastgeberinnen den Abholern wohl noch mit auf den Weg gaben: „Beeilt euch nicht! Es reicht, wenn sie dann und dann da sind.“

So konnnte man sich in aller Ruhe umsehen, was auch so neben dem Verkehrsgeschehen passiert. Am Straßenrand hatten die Christbaumverkäufer ihre Geschäfte für diese Saison bereits abgeschlossen. Merkwürdig wenige Christbäume wurden dabei zurückgelassen. Bei der Menge an Verkaufsständen, muss man schon schon fast glauben, der Trend gehe zum Zweit- oder Drittbaum. Die sonst bei mildem Wetter häufigen Blumenverkäufer, suchte man heute vergebens. Ist wohl nicht der Tag zum Blumenverschenken.

Nein, es war heute kein Montagnachmittag der normalen Art. Irgend wo merkt man doch: es ist Weihnachten.

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